Mit „D“ wie Diabetes bezeichnet dies den Tag, an dem ich im Alter von 21 Jahren mit Diabetes mellitus Typ 1 diagnostiziert wurde. Ich erinnere mich, dass mein Diabetologe mir bei einem unserer ersten Gespräche geraten hat, mir zwei Jahre Zeit zu lassen zum Kennenlernen der Krankheit und der Art, wie ich und mein Körper damit umgehen. Zwei Jahre, um sich ein neues Leben mit dem ständigen Begleiter Diabetes aufzubauen.

Erst nachdem ich mehrere Kilogramm abgenommen habe, an Koordinationsstörungen litt und mich zu schwach fühlte, um zu Fuss vom Hauptbahnhof Zürich an die Uni zu gehen, suchte ich einen Arzt auf und befand mich kurze Zeit später auf der Wachstation eines Krankenhauses. Die diensthabende Krankenschwester erklärte mir gleich zu Beginn, dass ich mir mit dem neuen Lebensbegleiter auch eine neue Identität aufbauen müsste. Dieser Prozess und die Veränderungen im Alltag sind weitgehend gemeistert – dies nicht zuletzt dank dem Rückhalt von Familie und Freunden, guter medizinischer Betreuung sowie der Solidarität des sozialen Umfelds. Um etwas von diesem Support zurückzugeben habe ich gemeinsam mit meiner Schwester Anaïs daher im November 2011 die Initiative honey gegründet.

Die Mehrheit der Betroffenen würde mir wohl zustimmen wenn ich sage, dass der Umgang mit Spritzen und Messgeräten unsere kleinste Sorge ist. Das war es auch nicht, was mich im ersten Moment am meisten erschreckte. Was mich tiefgehend verunsicherte war die Tatsache, wie wenig ich mir über meinen eigenen Körper bewusst war und wie wenig ich über die Krankheit Diabetes, die Symptome und ihre Behandlung Bescheid wusste.