Weniger produktiv wegen Diabetes? Auf keinen Fall. Betroffene mit einem gut eingestellten Diabetes können ihrem (Traum)Beruf nachgehen wie alle anderen auch.

Zwar ist man nicht verpflichtet, den Stempel „Diabetes mellitus Typ 1“ ganz oben auf die schriftliche Bewerbung zu setzen, doch ist es empfehlenswert, offen und ehrlich zu seinem Diabetes zu stehen. Denn auch wenn man sich selbst nicht eingeschränkt fühlt kann es sein, dass das Arbeitsumfeld skeptisch auf eine chronische Krankheit reagiert. Information is power: Arbeitgeber, Lehrer und Kollegen sollten über Ursache, Verlauf und Behandlung der Krankheit informiert werden. Dies trägt auch zum besseren Verständnis bei (und der gleichzeitigen Reduktion von Überfürsorge) für’s Blutzuckermessen, Snacks zwischendurch oder einer kurzen Pause nach einem Hypo.

 

Alles möglich?!
Prinzipiell gibt es nur wenige Tätigkeiten, die für eine/n DiabetikerIn gänzlich ungeeignet sind. Dazu gehören Berufe wie Pilot oder Busfahrer, für die man während seiner Arbeitszeit direkt für die Sicherheit anderer Personen verantwortlich ist. Wichtig zu wissen ist: Grundsätzlich kann man auch als DiabetikerIn einen spannenden und fordernden Beruf ausüben und alle Ziele erreichen, die man sich setzt. Auch wichtig zu wissen ist: man muss nicht! Nicht jeder lebt gleich mit Diabetes und man sollte kein schlechtes Gewissen haben, wenn man des Öfteren auch einmal eine Auszeit braucht oder bewusst Stress im Alltag und Arbeitsleben aus dem Weg geht oder reduziert. Diabetes richtig zu managen und gute Werte zu erzielen ist manchmal auch bereits schon ein Vollzeitjob.

 

Leistungsdruck
Stress kann sich negativ auf den Stoffwechsel auswirken. Eine Prüfung, wichtige Verhandlung oder eine Verkaufspräsentation mit hohem Blutzuckerwert oder nahe am Hypo durchzuführen beeinträchtigt die Konzentration und Leistung eines Betroffenen. Oft reagiert jede/r Betroffene anders und individuell auf Stresssituationen. Wichtig ist, die Stoffwechsel-Mechanismen in Stresssituationen zu kennen und seine persönlichen Erfahrungen in solchen Momenten zu analisieren. Stress ist eine körperliche wie auch psychische Reaktion auf spezifische Reize. Ist man wütend, traurig, nervös oder angespannt reagiert der Körper auf diese Stresssituation, indem vermehrt Adrenalin produziert wird. Adrenalin ist ein Hormon und „Gegenspieler“ des Insulins, weil es die vermehrte Ausschüttung der in den Zellen gespeicherten Energie auslöst. Dadurch kommt zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels.