Das Gedächtnis lebt nicht nur im Gehirn. Im Falle des Diabetes ist das „Blutzuckergedächtnis“ im Blut selbst zu finden. Beim HbA1c handelt sich um einen Wert, der den durchschnittlichen Blutzuckerlevel der letzten drei Monate widerspiegelt, weshalb man auch von Langzeit-Blutzucker spricht. Dieser Prozentwert bezeichnet man als HbA1c. Gemessen wird der Wert mit einem einfachen Labortest, der nur eine winzige Menge Blut benötigt und nach ca. 6 Minuten ausgerechnet ist.

 

Mehr als nur Zahlen
Misst man seinen Blutzucker Zuhause mit dem Messgerät zeigt das Resultat an, wie viele Glukosemoleküle in diesem Moment im Blutkreislauf vorhanden sind (in mmol/l). Die Glukosemoleküle heften sich an das Protein Hämoglobin der roten Blutkörperchen an. Ist der Blutzucker über längere Zeit hoch, heften sich dementsprechend viele Glukosemoleküle an den roten Blutfarbstoff und der prozentuale Anteil des „verzuckerten“ Hämoglobins steigt. Ist ein Glukosemolekül einmal angedockt, bleibt es für die restliche Lebensdauer der roten Blutzelle dort bestehen. Da deren Lebenszeit etwa 4 Monate beträgt (ca. 120 Tage) liefert dieser Test Informationen über die Höhe des durchschnittlichen Blutzuckerwerts der letzten Monate. Ziel ist es, den HbA1c-Wert um 6.5 – 7% zu halten. Studien haben gezeigt, dass die Einhaltung dieses Zielwerts das Risiko für diabetesbedingte Komplikationen stark vermindert. Jede Senkung des Wertes (ohne eine Häufung von Hypoglykämie-Episoden) trägt dazu bei, die Gesundheit der Betroffenen zu fördern. Die regelmässige Kontrolle hilft, diesen Zielwert stabil zu halten. Ist der Wert zu hoch, sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt Ursachen für diese Erhöhung gefunden und eine Strategie entwickelt werden, wie man den Blutzuckerhaushalt besser in den Griff bekommen kann.

 

honeybee Tipp: Alle 3-4 Monate den HbA1c zu messen ersetzt eine regelmässige Selbstkontrolle des Blutzuckers nicht. Seinen Zuckerwert in verschiedenen (Lebens)Situationen zu kennen und zu überdenken hilft einem zu verstehen, wie der Körper auf bestimmte Einflüsse (z.B. Essen, Sport, Fieber) reagiert. Dieses Wissen ist ausschlaggebend für eine erfolgreiche Therapie.