Typ 1 DiabetikerInnen sind auf die tägliche subkutane Injektion von Insulin angewiesen, da das Hormon bei oraler Verabreichung beim Verdauungsprozess zerstört würde. Wurde das Insulin zur Behandlung von Diabetes früher aus den Bauchspeicheldrüsen von Schweinen gewonnen, kann das Hormon heute gentechnisch hergestellt werden. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten von Insulin, die bei der Behandlung eingesetzt werden. Kurzwirksames Insulin (Bolusinsulin) entfaltet seine intensive Wirkung schnell (nach ca. 10 Minuten) und hält dafür aber auch nur für kurze Zeit an (sprich wenige Stunden). Es wird kurz vor oder nach der Einnahme von kohlehydratreichen Mahlzeiten gespritzt, um den starken Anstieg des Blutzuckers möglichst rasch wieder abzusenken. Langwirksames Insulin (Basalinsulin) hält wie sein Name bereits verrät weitaus länger an, da das Hormon nur stufenweise in den Blutkreislauf abgegeben wird. Es dient dazu, den stetigen Grundbedarf des Körpers an Insulin zu decken. So genannte Mischinsuline bestehen zu unterschiedlichen Anteilen aus Kurz- wie auch Langzeitinsulin.

Die Verabreichung erfolgt mit Hilfe von modernen Injektionshilfen wie Pens oder Pumpen.

 

Insulinpens:
Was aussieht wie ein dicker Kugelschreiber ist in Wahrheit ein lebenswichtiger Insulinspender. Pens sind vorgefüllte Spritzen mit äusserst  feinen Nadeln für die einfache Injektion von Insulin.

honeybee Tipp: DiabetikerInnen sollten darauf achten, die Einstichstelle systematisch zu wechseln, um Verhärtungen und Verdickungen der Haut zu vermeiden (das Insulin verändert den Stoffwechsel an der Injektionsstelle und begünstigt die Entstehung von hartem Bindegewebe anstelle des weichen Unterfettgewebes). Zudem sollte man sich bewusst sein, dass Insulin am schnellsten reagiert, wenn es ins Bauchgewebe injiziert wird und am langsamsten, wenn es in den Oberschenkel gespritzt wird. Es gilt also generell: Bolus in den Bauch, Basis in den Oberschenkel.

 

Insulinpumpen
Hochmoderne Pumpen imitieren die ständige Abgabe von Insulin einer gesunden Bauchspeicheldrüse, indem sie kurzwirksames Insulin als Bolus oder kontinuierlich in Kleinstmengen abgibt. Das Insulinreservoir wird in einem kleinen Gerät am Körper getragen. Dieses Gerät wird entweder direkt am Körper oder in der Hosentasche getragen. Eine Nadel im Unterhautgewebe des Körpers ist über einen kleinen Schlauch mit der Pumpe verbunden. Ein Vorteil gegenüber der mehrmaligen täglichen Injektion mit Pens ist, dass diese Nadel nur alle 2-3 Tage gewechselt werden muss. Die Pumpe wird jedoch, anders als beim Pen, ständig am Körper getragen.

Das Tragen einer Pumpe setzt eine intensive Schulung und genaue Kontrolle des Patienten voraus. So müssen Pumpenträger beispielsweise in der Lage sein, eine Fehlfunktion der Pumpe rasch zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.