Von Schwangerschaftsdiabetes oder Gestationsdiabetes spricht man, wenn ein andauernd erhöhter Blutzucker bei schwangeren Frauen auftritt. Diese Form des Diabetes tritt bei 10 – 15% aller Frauen auf und gehört somit zu den häufigsten Komplikationen einer Schwangerschaft. Grund dafür sind die in der Plazenta gebildeten Hormone wie Östrogen, Gestagen und Human Placental Lactogen (HPL), welche die Insulinempfindlichkeit der Zellen vermindern. Nach der Geburt klingt der Schwangerschaftsdiabetes bei fast allen Frauen wieder ab, jedoch entwickelt sich bei 30 – 50 % später ein Typ 2-Diabetes.

Eine Erkrankung wird üblicherweise in der 24.-28. Schwangerschaftswoche diagnostiziert. Wird ein Schwangerschaftsdiabetes nicht behandelt, kann das einschneidende gesundheitliche Risiken sowohl für Mutter wie auch für das Kind mit sich bringen. In 85% der Fälle kann ein Schwangerschaftsdiabetes jedoch mit einer Ernährungsumstellung und regelmässiger, für Schwangere geeigneter körperlicher Betätigung behandelt werden. Zeigt dies keine Wirkung so muss auch diese Form des Diabetes mit Insulininjektionen behandelt werden, da orale Antidiabetika für Schwangere in der Regel nicht zulässig sind.