Ziel einer guten Blutzuckereinstellung ist nicht nur das akute Befinden des Patienten möglichst positiv zu beeinflussen, sondern auch die längerfristigen Konsequenzen der Erkrankung und das Risiko für Folgeerkrankungen möglichst gering zu halten oder zu vermeiden.

Die Spätfolgen einer chronischen Krankheit lösen in viele Betroffene Besorgnis und Ängste aus.  Wichtig zu wissen ist, dass ein gut eingestellter Diabetes zwar nicht alle Komplikationen verhindern kann, dass eine gute Blutzuckerkontrolle das Risiko der Entstehung einer Folgeerkrankung jedoch wesentlich vermindert.

Angst vor möglichen Komplikationen zu schüren wäre kontraproduktiv. Deswegen soll hier nur ein ganz kurzer Überblick über die häufigsten Beschwerden, ihre Ursachen und Behandlungen gegeben werden. Wichtig im Kopf zu behalten ist: Durch eine gute Blutzuckereinstellung, eine gesunde Lebensweise und regelmässige Check-Ups können Spätfolgen drastisch verringert oder sogar vermieden werden.

 

 

Herz und Gefässe
Herzinfarkte oder Schlaganfälle treten bei DiabetikerInnen, vor allem Typ 2-Betroffenen mit Übergewicht und Bluthochdruck, weitaus häufiger auf als bei gleichaltrigen Nicht-Diabetikern. Cholesterinablagerung in den Gefässwänden (Arteriosklerose) schädigen die Gefässe und können zu Herzlauferkrankungen führen. Um dem vorzubeugen, sollten Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, hohe Blutfettwerte und zu hoher Blutdruck verringert oder vermieden werden.

 

Diabetische Retinopathie
Durch Veränderungen an den Augengefässen (den Gefässen der Netzhaut = Retina) kann es zu Beeinträchtigungen des Sehvermögens bis hin zur Erblindung kommen. Auch bereits bei einer Blutzuckerentgleisung kann es zu vorübergehenden Störungen kommen. Da eine Retinopathie lange Zeit symptomlos bleibt und erst im fortgeschrittenen Stadium vom Betroffenen selbst bemerkt wird ist es wichtig, zur Vorbeugung einmal jährlich einen Besuch beim Augenarzt einzuplanen. So kann mit einfachen Tests festgestellt werden, ob Veränderungen an den kleinen Blutgefässen vorhanden sind.

 

Diabetische Nephropathie
Nephropathie ist der Fachausdruck für eine Erkrankung der Nieren. Schädigungen der Nieren sind eine häufige Komplikation von Diabetes mellitus die, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, zu einem gänzlichen Funktionsverlust der Nieren führen kann (womit diese PatientInnen dialysepflichtig werden, damit ihr Blut von Schadstoffen gereinigt werden kann). Eine erhöhte Eisweissausscheidung im Urin (Mikroalbuminurie) weist auf eine Erkrankung der Nieren hin. Auch diese kann durch einfache Mittel (Urintests) frühzeitig erkannt werden.

 

Diabetische Neuropathie
Störungen des Nervensystems sind eine weitere Folgeerkrankung des Diabetes mellitus. Geschädigte Nerven können sowohl eine Einschränkung in der Bewegungsfreiheit sowie Schmerzen oder unangenehme Wahrnehmungen in den Armen und Beinen (Kribbeln, Brennen, Stechen) und Störungen des Tastsinns auslösen. Auch das vegetative Nervensystem (automatisch ablaufende Prozesse wie Atmung, Verdauung etc.) kann betroffen sein. Komplikationen können frühzeitig erkannt werden: In regelmässigen Abständen sollten deshalb beispielsweise Temperaturempfindlichkeit, Nervenleitgeschwindigkeit oder Muskelreflexe gemessen werden. Gerade wegen herabgesetzter Empfindlichkeit müssen DiabetikerInnen besonders vorsichtig mit ihren Extremitäten (vor allem Beinen und Füssen) umgehen, da sie mögliche Schmerzreize nicht mehr genügend wahrnehmen können.

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